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Die drei noch verbliebenen größeren Festnetz-Anbieter stecken in Schwierigkeiten und wollen Personal abbauen. Die Begünstigung des Mobilfunks schadet der Infrastruktur des Landes.
(Wien, 4.12.2008) Jobabbau bei Telekom Austria, Betriebsversammlung bei UPC, vergebliche Verkaufsversuche bei Tele2. Dem Festnetz geht es nicht gut. Denn es subventioniert nun seit mehr als einem Jahrzehnt den Mobilfunk. Die Festnetzanbieter zahlen den Mobilfunkern das fünf- bis zehnfache für die Terminierung eines vom Festnetz auf ein Handy gehendes Gespräch wie umgekehrt.
Standortpolitisch mutiert das langsam aber sicher zur schwersten Beschädigung des Standortes Österreich, denn diese Quersubvention ist ein Grund dafür warum nichts mehr in die Breitband-Infrastruktur investiert wird.
Breitband, Internet und IT-Infrastruktur werden immer wichtiger, ohne sie ist modernes Business in der Zwischenzeit undenkbar. Österreich ist beim Ausbau von Breitband im internationalen Vergleich in der Zwischenzeit massiv zurückgefallen.
Zwar ist Österreich bei mobilem Breitband an der Spitze. Aber das nützt der Wirtschaft allenfalls bei der Steuerung des Außendienstes. Das Rückgrat der Wirtschaft ist das über Kabel, am besten aus Glasfaser, geführte Breitband. Und da ist in Österreich seit Jahren ein totaler Investitionsstopp zu beobachten. Teils weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen und die Investitionssicherheit nicht gegeben ist, teils weil die Mittel in den Konkurrenzkampf im Mobilfunkmarkt umgeleitet werden, teils weil es die verantwortlichen Manager, aus welchen Gründen auch immer, selbst nicht wollen. Wie es Georg Chytil, Geschäftsführer der next layer GmbH, ausdrückt: „Das Festnetz ist wie ein Rettungsboot, in das alle hinein wollen. Aber es hat ein Leck, es ist aus Kupfer.“
Massiv verschärft werden wird das Problem durch neue Technologien wie Cloud Computing und Virtualisierung. Und genau diese kostengünstige und leistungsfähige Technologie ist nur dann nutzbar, wenn eine ausreichend breitbandige Infrastruktur zur Verfügung steht. Und zwar mehr oder weniger flächendeckend.
Was müsste geschehen? Gerade angesichts der Wirtschaftskrise müssen ohnehin konjunkturbelebende Maßnahmen gesetzt werden und Geld in die Hand genommen werden. Es braucht einen klaren Auftrag in die Infrastruktur zu investieren und entsprechende Rahmenbedingungen. Beides ist binnen weniger Wochen zu schaffen. Politischer Wille und Einsicht in die kurzfristigen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die langfristigen positiven Effekte für die Wirtschaft selbstverständlich vorausgesetzt. Nichts davon ist offenbar im Moment gegeben. Es sei denn man könnte dadurch das Zusperren von 1000 Postfilialen verhindern.
Das Programm ist sogar billig. Denn im Grunde genommen müssen die Unternehmen diese Investitionen früher oder später ohnehin tätigen. Die Telekom Austria hatte ein Ausbauprogramm von einer Milliarde Euro. Klar werden die Künetten nicht selbst gegraben und damit ist auch ein ziemlich massiver Effekt für andere Brachen wie etwa die Bauwirtschaft gegeben. Und die Konkurrenz, allen voran der internationale Konzern UPC, müsste nachziehen. Und vielleicht sind auch ein paar kleine Förderungen nötig, damit das auch im ländlichen Raum passiert.
Der hier erzielbare Hebel ist extrem groß. Mit einer geringen Anschubfinanzierung lassen sich Milliarden bewegen und Tausende von Arbeitsplätzen sichern. Der mittelfristige Return on Investment ist weit höher als alles was derzeit geplant wird. Das hat die neue Administration von Barack Obama übrigens bereits erkannt.
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