Partner

Webanalyse, das Stiefkind

15. Dezember 2008

Webanalyse ATX DAX Top100In einer Untersuchung der österreichischen Top-100 und ATX-Unternehmen zeigt sich: Webanalyse wird kaum eingesetzt. Wenn doch, dann mit Datenschutz-Mängeln und eher nicht mit Enterprise Tools.

  • Nur 15% der Top-100 setzen Top-Tools ein
  • Die ATX Unternehmen sind in der Nutzung immerhin vor den deutschen DAX Kollegen
  • Am häufigsten kommt Google Analytics zum Einsatz
  • Dabei werden zumeist die Nutzungsbedingungen verletzt

Die häufigsten Webanalyse-Tools: Am meisten kommt Google Analytics zum Einsatz, gefolgt von WebTrends, etracker, Omniture und NedStat. Auch das relativ unbekannte Yahoo! Web Analytics ist vertreten.

Alle Details können hier im Webanalyse Report (kostenlos) nachgelesen werden.

Erstaunlich: Kaum ein Unternehmen nutzt noch die Optimierungspotentiale, die in professionellem Webcontrolling stecken - gerade in Zeiten von Sparmassnahmen sollten alle Hebel zur Effizienzsteigerung genutz werden - denkt man…

Weltweite Internet-Statistiken

7. November 2008

Wollten Sie sich immer schon einmal das “große Bild” (the big picture) der Internet-Verwendung ansehen? Dann sind die Zahlen der Website Internet World Stats vielleicht sehr interessant: Denn hier finden Sie die Internet-Zahlen für die ganze Welt und die geographische Regionen.

So zeigen sich einige interessante Details - ein Beispiel: Während Asien in absoluten Zahlen mit 579 Millionen die meisten Internet-Verwender stellt, ist die Penetration in den USA fast 5x so hoch (74% gegenüber 15%). Darüber hinaus gibt es umfangreiche Detail-Informationen bis hinunter auf Länder-Ebene, natürlich auch für Österreich.

Mehr aktuelle Kommentare auf: http://www.online-marketing-forum.at/

GEÖFFNET ODER GELÖSCHT? STUDIE ÜBER NEWSLETTER-ÖFFNUNGSRATEN

3. November 2008

Es gibt eine Reihe von Fragen, die sich wohl alle E-Mail Marketing Fachleute stellen: Wann ist der ideale Versandzeitpunkt? Wie lange darf eine Betreffzeile sein? Wird ein E-Mailing häufiger geöffnet, wenn der Betreff personalisiert ist?

Eine der weltweit umfangreichsten Studien über die Einflussfaktoren von Öffnungsraten hat der österreichische E-Mail Marketing Anbieter dialog-Mail veröffentlicht. Dabei wurden mehr als 2 Mio E-Mails analysiert - und einige erstaunliche Erkenntnisse gewonnen.

Ein paar Auszüge aus den Ergebnissen:

* Der beste Versandzeitpunkt ist Montag Abend (48% durchschnittliche Öffnungsrate)

* Ein Mailing am Donnerstag Abend wird doppelt so häufig (+94%!) geöffnet wie nachmittags!

* Sachliche Betreffzeilen haben eine deutlich höhere Chance, geöffnet zu werden (+28%), als Mailings mit werblichem Betreff.

* Für die Länge der Betreffzeile gilt eindeutig: Je kürzer, desto besser.

* Männer öffnen deutlich mehr Mailings als Frauen.

Neben den reinen Charts und Zahlen leitet dialog-Mail auch Empfehlungen ab und gibt konkrete Hinweise, wie man die Öffnungsrate der Mailings verbessern kann - wenn man nur ein paar Grundregeln beachtet. Die Ergebnisse des dialog-Mail Öffnungsreport sind kostenlos auf der Website abrufbar; ein druckfertiges PDF kann man sich auch per E-Mail schicken lassen.

Mehr aktuelle Kommentare auf: http://www.online-marketing-forum.at/blog/Michael_Kornfeld

Interview mit Josef Reim, USU AG: Kein fahrlässiger Umgang mit Softwarelizenzen

22. Oktober 2008

  

Schlampiger Umgang mit Softwarelizenzen wird bestraft, im schlimmsten Fall sogar mit Haftstrafen. Viel häufiger jedoch schlicht und einfach durch überhöhte Softwarekosten, den Überlizenzierung kommt weit häufiger vor, als man annimmt. Software Asset Management (SAM) soll Abhilfe schaffen. Josef Reim, Leiter der österreichischen Niederlassung der USU AG im Gespräch über die gängigen Fehler beim Lizenzmanagement und die Risiken, die damit verbunden sind.

Mit welchen Risiken ist eine mangelhafte Lizenzpolitik verbunden?

Reim: Das Thema Lizenzmanagement ist angesichts verschärfter Compliance-Richtlinien der Europäischen Kommission (Euro-SOX) für Unternehmen zu einem zentralen Risikofaktor geworden. Compliance-Sündern droht eine Gefängnisstrafe von bis zu 5 Jahren, und das zusätzlich zur Schmach der öffentlichen Bekanntmachung, zum Imageschaden und zu vom Lizenzgeber verhängten Geldstrafen. In der Praxis spielen jedoch die Kosten-Risiken eine deutlich größere Rolle, denn die meisten Unternehmen sind überlizensiert. Bis zu 60 Prozent zuviel geben Unternehmen ohne effizientes Lizenzmanagement für Software und deren Nutzung aus, so die einhellige Meining von Marktanalysten wie z.B. der Gartner Group.

Softwarelizenzen werden im Unternehmen oft nachlässig behandelt. Wo passieren hier die gröbsten Sünden?

Reim: Im derzeit herrschenden Dschungel von OEM-, Einzel- und Volumenlizenzen, Client- oder Serverlizenzen etc. verliert man ab einer kritischen Größe von mehreren hundert Endgeräten leicht den Überblick. Diese notwendige Transparenz über die eingesetzte Software und die Lizenzen wird noch dadurch erschwert, dass neben dem IT-Management in der Regel weitere Bereiche wie die Unternehmensführung, das Finanzmanagement und der Einkauf involviert sind. Aber auch in größeren Unternehmen wird das Thema leider immer noch als Teilzeitaufgabe betrachtet.

Welche Maßnahmen empfehlen Sie?

Reim: Entscheidend für eine optimale Nutzung von Software-Assets ist eine enge –organisatorische und technische – Verzahnung der Business- mit der IT-Welt. Zum Beispiel sollten gerade große Unternehmen einen Vollzeit-Lizenzmanager haben, denn Lizenzmanagement ist keine untergeordnete Funktion und benötigt die direkte Unterstützung des Managements. Zudem sind unterschiedliche technische Werkzeuge involviert. So kann z.B. kein Lizenzmanagement-Tool ohne Asset Management Funktionen auskommen. Vertragsmanagement ist genauso wichtig, da man Angaben zum Ursprungsland und zu Vertragsbestimmungen benötigt. Idealerweise holt man sich alle relevanten Daten aus einer zentralen Configuration Management Database.

Worauf sollten Verantwortliche bei der Auswahl entsprechender Tools achten? Was sind die wichtigsten Funktionen ?

Reim: Wichtig bei der Auswahl einer Anwendung ist, dass diese sämtliche Prozesse rund um Lizenzmanagement unterstützt und idealerweise in einer Suite integriert. Zentraler Baustein einer entsprechenden Software ist eine frei erweiterbare „Whitelist“-Datenbank, in der das eingesetzte Software-Portfolio in einem Produktkatalog verwaltet wird. Damit werden alle Änderungen in der Lizenzlandschaft lückenlos dokumentiert. Der Softwarekatalog stellt auch die Verbindung zwischen den technischen Inventory-Daten und dem kaufmännischen Bestandsdaten her. Das funktionale Kernstück bildet die so genannte Reconciliation-Engine, die dafür sorgt, dass die richtigen Lizenzmetriken in der notwendigen Ausprägung zur Berechnung des Lizenzbestandes verwendet werden. Bewährt hat sich ist ein berechtigungszentrierter Ansatz, der flexibel Rechner, Nutzer, Standorte, Upgrades, Downgrades und gemessene Nutzung berücksichtigt. Für IT-Dienstleister und outgesourcte IT-Abteilungen ist ferner die Trennung von Lizenz-Eigentum und Lizenz-Nutzung im Rahmen eines erweiterten Mandantenkonzeptes wichtig. Umfassende Reportingmöglichkeiten und Eskalationsroutinen bei Lizenzverletzungen flankieren eine „ideale“ Lösung für Software Asset Management

 

Risiko managen – bevor die Krise hereinbricht

17. Oktober 2008

In Zeiten der Krise trennt sich die Spreu vom Weizen – wer rechtzeitig begonnen hat, die Risiken des Unternehmens zu analysieren, zu bewerten und letztendlich ein passendes Risikomanagement etabliert, ist darauf vorbereitet, wenn Risiken schließlich zu einer konkreten Gefahr werden. Dr. Wolfgang Haidegger ist Spezialist für das Enterprise Risk Management und nimmt im Interview Stellung dazu, wie man mit Risiken umgehen muss, um wirtschaftliche Nachteile und vielleicht sogar Haftstrafen vermeiden kann.
 


 

 

Das Wort Krise hat zur Zeit Konjunktur – Wie können Unternehmen verhindern, dass es soweit kommt?

 

Das Hauptaugenmerk muss auf der Strategie liegen. Diese weist ja den generellen Weg eines Unternehmens und macht es ursprünglich erfolgreich. Was aber wichtig ist, ist ständig zu überprüfen, ob die Rahmenbedingungen, unter denen eine Strategie einst entwickelt wurde, noch immer gültig sind. Hierzu zählen die ursprünglich erhobenen Risken, gesetzliche Rahmenbedingungen, technische Weiterentwicklung uvm. Nachgeordnet zu diesem generellen Vorgehen muss ein klares Reporting aller notwendigen Informationen an die geeigenten Personen erfolgen – die Grundlage jedes Monitoring der Bewertung und Umesetzung einer Gesamtstrategie.

 

In wie weit muss ich auch der IT-Manager mit rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken befassen?

 

Der IT Manager wird immer mehr zum Manager einer Serviceeinrichtung, die als Profit Center geführt wird. Daher muss er sich mit der Kostenstruktur und dem Wert der Services seiner IT Abteilung auseinandersetzen. Investitionen in Mensch und Material sind dann ebenso nach wirtschaftlichen Grundsätzen zu tätigen, wie die Planung operationeller Prozesse. Rechtliche Fragen muss der IT Manager im Rahmen seiner Reportingpflicht für seine Abteilung kennen, sowie alle Bestimmungen, die für die Services gültig sind, die seine Abteilung liefert (Aufbewahrung von Daten, Betreiben von Kommunikationsinfrastruktur – Integrität der transportierten Informationen, Bereitstellen von Applikationen zur Auswertung gewisser Daten)

 

Was passiert, wenn man Risikomanagement zu wenig Beachtung schenkt?

 

Risken, denen ein Unternehmen generell ausgesetzt sein kann, reichen von einer nicht richtig gewählten Geschäftsstrategie über nicht klar definierte Kompetenzen bis zu einer ungenügend ausgestatteten technischen Infrastruktur. Risikomanagement deckt viele dieser – durchaus gängigen – Risken schon in der Analysephase auf und minimiert durch rechtzeitig geplante und implementierte Gegenmaßnahmen somit den potentiellen Schaden, den ein Unternehmen sonst nehmen könnte. Risikomanagement nicht geeignete Beachtung zu schenken läßt ein Unternehmen also im Ungewissen über mögliche Probleme und erlaubt im Falle des Eintritts eines Problems (das eventuell sogar verhindert werden hätte können) auch keine gut durchdachte Reaktion.

 

Welche Möglichkeiten bieten internationale Standards, wie ITIL und COBIT?

 

Internationale Standards wie ITIL, COBIT, ISO/IEC 27001 geben zunächst einmal eine Menge Erfahrung der verschiedenen beteiligten Autoren zu Themen wie IT-Governance, Service Delivery oder Security Management wieder. Diese Rahmenwerke sind auch zu ihren Themen recht vollständig, sodass man bei der Planung oder Analyse des entsprechenden Themas wenig wichtige Themen übersehen sollte. Sie formen weiters ein gemeinsames Verständnis zu den Themen die sie behandeln, das heißt, dass Geschäftspartner, die sich über die Verwendung eines international standardisierten Rahmenwerks einigen, auch nicht das Risiko eines großen „semantical gap“ einhandeln.

 

 

 

 

Dr. Wolfgang Haidegger ist Referent auf dem von COMPUTERWELT und Confare veranstalteten „Holicstic Information Security Summit 2008“ am 20. November 2008. Details und Anmeldung zu der Veranstaltung, unter www.security-summit.at.
Dr. Haidegger ist  für Secude Global Consulting (Germany) GmbH tätig und hat dort die Themen Compliance und Technische Sicherheit in IT-Systemen als Berater und als Fokusgruppenleiter firmenintern zu betreuen

Der beste Add-to-Cart Button

17. Oktober 2008

add-to-cartWie sieht der beste Add-to-Cart Button aus?
Dieser Frage sind wir in einer Studie nachgegangen und haben die größten deutschsprachigen Shops analysiert. Dabei gab interessante Erkenntnisse zu

* Design
* Farbgebung
* Text

Auch große Anbieter missachten dabei die Erkenntnisse aus Usability und Conversion-Optimierung.

Die gesamte Studie kann hier gratis als e-book angefordert werden!

Yahoo! Web Analytics startet

17. Oktober 2008

Diese Woche ist die Website zu Yahoo! Web Analytics online gegangen!Yahoo! Web Analytics

Nur fünf Monate nach der Übernahme von IndexTools startet damit das Gegenstück zu Google Analytics.

Das Yahoo! Angebot ist in vielerlei Hinsicht anders:

* IndexTools ist ein wesentlich leistungsfähigeres Tool
* Der Einbau und die Bedienung ist dadurch komplizierter (wir implementieren oft mehr als 15 individuelle Variable, definieren Custom-Reports, …)
* Es steht auch kostenlos zur Verfügung, aber nur für Kunden und via Yahoo! Web Analytics Partner
* Es bietet als erstes Tool den Usern die Möglichkeit, das Tracking zu untersagen (Opt-Out)

Zahlreiche Screenshots von Yahoo! Web Analytics gibt es hier. Unten als Vorgeschmack ein Dashboard:

Yahoo! Web Analytics Dashboard

Launchy - kleine aber sehr feine Start-Applikation

10. Oktober 2008

Es gibt kleine Helferlein, bei denen man sich schon nach kurzer Zeit wundert, wie man ohne sie leben konnte. Launchy ist ein unglücklicher Name, aber ein umso nützlicheres kleines Programm - noch dazu kostenlos (open source).

Launchy ist eine Start-Applikation für Programme, Dateien und Websites. Man aktiviert es mit der Tastenkombination ALT+Leertaste und kann in einem kleinen Fenster den Namen des gewünschten Programmes bzw. der Website angeben. Das geniale dabei ist, dass man Launchy nicht konfigurieren oder gar trainieren muss - es durchsucht einfach alle installierten Programme und schlägt die geeignete Software vor, noch während man den Begriff tippt.

Sie tippen also z.B. einfach “power” und sofort erscheint “Microsoft Powerpoint” als einer der Treffer - eine Bestätigung mit der Enter-Taste später ist das Programm auch schon geöffnet.

Das klingt vielleicht nicht allzu spektakulär, doch Launchy spart tatsächlich viel Zeit ein - weil die Hände auf der Tastatur bleiben und man sich nicht erst durch verschachtelte Start-Menüs durchklicken muss. Wie das obige Beispiel zeigt, muss man den Namen des Programms auch gar nicht genau kennen - selbst bei Tippfehlern (”wodr”) findet Launchy sofort die richtige Applikation (Microsoft Word).

Man kann übrigens auch Parameter übergeben. Wenn man beispielsweise “google online marketing” eingibt, startet Launchy automatisch den Standard-Browser, ruft die Website von Google auf und führt gleich eine Suche nach dem Keyword durch.

Last but not least: Man kann Launchy auch “trainieren” und z.B. einzelne Dateien definieren. Wenn Sie dann z.B. “Preise” eingeben, wird automatisch Ihr Excel-File mit der aktuellen Preisliste gestartet. Dafür muss man am Anfang ein paar Minuten investieren, um diese Schlüsseldateien zu definieren - doch der Zeitaufwand zahlt sich später vielfach aus, weil das ganze Navigieren durch irgendwelche Ordner (wo war die Datei auch wieder?) wegfällt.

Meine Empfehlung: gleich bei SourceForge herunterladen!

Mehr aktuelle Kommentare auf: http://www.online-marketing-forum.at

Wie komme ich an E-Mail Adressen? Ideen, Möglichkeiten, Einfälle

26. September 2008

Das ist wohl die Grundfrage vieler Unternehmen, die sich mit E-Mail Marketing befassen: Wie komme ich an E-Mail Adressen mit Permission? Natürlich möglichst schnell, einfach und kostengünstig.

Florian Fellner hat dazu eine Hausarbeit geschrieben, die ich im Rahmen meiner Lektorentätigkeit (Lehrgang für Werbung und Verkauf, Wirtschaftsuniversität Wien) betreut habe. Dabei ist er dieser spannenden Frage nachgegangen und hat die wichtigsten Möglichkeiten recherchiert und die Vor- und Nachteile beschrieben.

Von dieser Hausarbeit gibt es dankenswerterweise auch eine kurze (5 Seiten) Zusammenfassung, die alle wesentlichen Punkte in kompakter Form beschreit. Diese Zusammenfassung kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden: Zusammenfassung Hausarbeit “Wie komme ich an E-Mail Adressen?”.

Weitere Informationen auf: http://www.online-marketing-forum.at/

Compliance als Chance für mehr Sicherheit

23. September 2008

Sicherheit wird vom Management oft als reine Kostenfrage gesehen. Zahlreiche rechtliche Neuerungen und wirtschaftliche Notwendigkeiten werden ein Umdenken erzwingen, meint Gerry Wallner, Mitglied der Geschäftsleitung der Beck et al. Services GmbH.
Inwieweit ist Sicherheit ein Thema, mit dem sich auch die Geschäftsführung befassen sollte?
GW:
Das Thema Sicherheit, ob in der IT oder Produktion war für lange Zeit ein Bereich der hauptsächlich auf den Schultern der Technology  Experten zu tragen war. Man dachte (und denkt leider oft noch), daß  Sicherheit über den Einsatz von diversen IT-Tools, sei es Antivirus, Firewall oder ähnliches abzuhandeln wäre. Dies ist zwar ein grundlegend richtiger Ansatz, aber nicht ein „allein selig machender“. Was man dabei übersehen hat, „Bedrohung oder Risiko“ kommt nicht mehr nur von außen und ist durch Technologie alleine nicht mehr zu bewältigen.
In Zeiten der Compliance, Governance, spielt der menschliche Faktor die größte Rolle , zusätzlich sind die gesetzlichen Anforderungen in der globalisierten Welt fast unüberschauber geworden. Wer kann von sich schon behaupten die über 2000 Gesetze weltweit zu kennen? Dies kann nunmehr keine Aufgabe der IT sein. Dies ist eindeutig eine Management-Aufgabe. Abgesehen davon, muss man sich auch bewusst sein, dass die sogenannte „erweiterte Management-Haftung“ die Unternehmensführung in die persönliche Haftung nimmt, falls der verordneten gesetzlichen Sicherheit, und der damit im Vorfeld umzusetzenden Risikobewertung durch das Management eines Unternehmens, nicht Genüge getan wird. Beispiele gibt es derzeit ja sehr aktuelle.
Dies betrifft übrigens nicht nur große Unternehmen, sondern inzwischen praktisch jedes Unternehmen, ob KMU oder weltweit tätiger Großkonzern.  Stellen Sie sich das am Beispiel eines Automotive Zulieferbetriebes vor. Der Endkunde des Zulieferers ist der Fahrzeughersteller, welcher deutlich mehr Gesetze oder Richtlinien (z.B. Produkthaftung, SOX, EURO-Sox, KontraG) zu erfüllen hat. Und diese auch noch weltweit! Als KMU bin ich ein Teil der Lieferantenkette und bin damit auch ein Teil der Gesamtbetrachtung der Sicherheits- und Lieferkette des Herstellers. Ich kann mich also den Sicherheits-Anforderungen des Herstellers nicht entziehen und muss diese, auch wenn sie mir erstmal zu komplex erscheinen erfüllen, um dem Risiko der persönlichen Haftung möglichst vorzubeugen. Ganz abgesehen davon ist Sicherheit, bzw. die ungenügende Erfüllung dieser, ein Risiko welches ein Unternehmen diskreditieren und auch ruinieren kann. Denken Sie an Fall  des IT-Administrators in San Francisco vor wenigen Monaten. Dieser hat ein  gesamtes Unternehmen und dessen Endkunden stillgelegt, da er die Passwörter zu den IT-Systemen nicht herausgegeben hat. Der Schaden war und ist immens. Das Management wird dafür auch in Regress genommen.
Was sollte man beachten, wenn man das Thema (IT-) Sicherheit sauber angehen möchte? Wo passieren die grundlegenden Fehler?
GW:
In Anbetracht meiner  kurzen Ausführungen zur ersten Frage, wird es schnell klar, dass (IT-) Sicherheit kein Thema einer isolierten Betrachtung sein kann. Es ist zwingend erforderlich eine ganzheitliche Unternehmensbetrachtung vorzunehmen, im Sinne von: Welche Anforderungen habe ich als Unternehmen/Unternehmer oder dessen Erfüllungsgehilfe zu erfüllen? Welche Prozesse sind notwendig? Welche Rollen benötige ich, wie transparent sind meine Risikobewertungen & Entscheidungen. Die Fehler passieren ganz klar bei einer rein technischen Betrachtung des Themas Security. Auch eine Umsetzung nur durch Personal im Hause ist ein grundlegender Fehler. Die Betriebsbrille macht durchaus blind. Eine Außenbetrachtung und von außen kommende Unterstützung bei der Umsetzung  ist dringend zu empfehlen. Des Weiteren ist ein entscheidender Fehler die menschliche Komponente  nicht einzubeziehen! Denken Sie daran, Sicherheit bzw. die Gefährdung derer wird heutzutage zu über 80% vom eigenen Personal gefährdet oder verletzt. Und dies noch nicht einmal bewusst. Ein schlechtes Arbeitsklima, oder ein frustrierter Mitarbeiter (Stichwort Innere Kündigung) welcher dem Arbeitgeber (od. direktem Vorgesetzten) zeigen möchte wie wertvoll  er doch eigentlich ist, kann großen Schaden herbeiführen. Wie gesagt, meist auch ohne sich der weitreichenden Konsequenzen für das Gesamtunternehmen bewusst zu sein. Wenn man nun denkt, der Mitarbeiter sei dafür im Endergebnis dafür haftbar zu machen. Leider falsch gedacht, das Management und die Unternehmensführung sind in der Endkonsequenz wiederum persönlich dafür verantwortlich & haftbar.
Welche organisatorischen und strategischen Herangehensweisen empfehlen Sie?
GW:
Wichtig ist zu verstehen, dass das Thema Sicherheit eine gesamtheitliche, strategische Betrachtung und Herangehensweise verlangt. Wer weiß heute schon welchen Bedrohungen ich morgen ausgesetzt sein werde? Sie kennen das Sprichwort: „Der Dieb ist immer einen Schritt schneller als die Polizei“. Verhinderung und Betrachtung der eventuellen Risiken, deren Bewertung und Entscheidung durch das Management ist ein strategisches Thema. Organisatorisch muss das Unternehmen in der Lage sein neue Anforderungen oder Risiken schnell bewerten zu können. Dafür benötigen Sie Rollen, klare Verantwortlichkeiten, transparente Prozesse und vor allem KEINE isolierte Betrachtung der Sicherheit. Eine Bemerkung sei mir erlaubt. Man hört oft, die Security im Unternehmen sei eher Verhinderer als Ermöglicher. Dies zeigt klar, dass das Sicherheitsbewusstsein im Unternehmen noch nicht angekommen ist und hauptsächlich als Störfaktor denn als Überlebenssicherung gesehen wird.
Wie sehen Sie den Zusammenhang zwischen internationalen Standards wie ITIL und COBIT und der Sicherheit in der IT?
GW:
CobiT für  IT Governance, ITIL als die darunterliegende Prozesswelt sind ein hervorragendes Tool-Set um Transparenz und Bewusstsein zu schaffen. Sich auch im Vergleich zu messen (Reifegrad Benchmark). Aber vergessen Sie mir bitte nicht die ISO-Anforderungen. Als Beispiel sind ISO 20000 und ISO 27001 genannt. Damit kann ich auch Anforderungen aus der Compliance nachweisen und ich kann als Management auch ein wenig besser schlafen ;-) Die Automotive Industrie sieht sich  zurzeit mit Anforderungen an die IT-Security konfrontiert.  Beispielsweise werden auch kleinere Zulieferer  mit Erfüllung oder Nachweis der ISO 27001 oder auch ISO 20000 (reine IT Betrachtung) angemahnt. Das Beispiel der oben angesprochenen Lieferantenkette ist hier klar sichtbar.
Sind die Geschäftsführer sich der Bedeutung der Compliance-Anforderungen in der IT bewusst?
 

GW:
Leider Nein. Die 8. Europäische Richtlinie, auch EURO-Sox genannt ist für viele noch neu und oft auch nicht bekannt. Dies wird fatale Auswirkungen ab dem nächsten Jahr haben. Aktuelle Rechtsprechung in Deutschland und der Gesamt-EU zeigt dies jetzt schon auf. Das Beispielurteil zu den  „schwarzen Kassen“ vor einigen Wochen spricht auch hier eine klare Sprache. Auch wird oft gedacht, ich bin nicht an der Börse, nicht in den USA tätig und doch auch nur ein KMU. In der Lieferantenkette spielt dies aber keine Rolle. Ihr Auftraggeber und Kunde mag aber davon betroffen sein und wird dies an sie als Anforderung durchreichen.   Alleine um seine Compliance-Anforderungen zu erfüllen. Die 8. Europäische Richtlinie betrifft übrigens auch kleinere Personen- oder Kapitalgesellschaften, z.B sind GmbH’s erfasst. Hier ist dringender Handlungsbedarf und vor allem unbedingt Bewusstsein zu schaffen. Sonst könnte die Folge ein böses Erwachen sein.